Die neue Zürcher Zeitung schreibt über Meran und Südtirol als ein geschichtsträchtigen Naherholungsgebiet. Toller Artikel zum nachlesen, worauf wir auch ein wenig Stolz sind als Meraner Hotel, mitten im Zentrum der Kurstadt - "dort wo das Herz schlägt".



Naherholungsgebiet in geschichtsträchtiger Umgebung

Pulverturm, Pfarrkirche und Promenaden

Zu den Wahrzeichen Merans gehört unter vielen anderen der Pulverturm, der leicht oberhalb der Altstadt thront und deshalb auch ihr Gesicht prägt. Über die Vergangenheit des viereckigen Bauwerks ist allerdings nicht alles lückenlos überliefert. Klar ist, dass der Turm im Mittelalter zur Burg Ortenstein gehörte, die es mittlerweile nicht mehr gibt. Nur der Turm ist vom ganzen Ensemble übrig geblieben. Sein heutiger Name geht auf ein späteres Ereignis zurück: auf den Dreissigjährigen Krieg. Damals lagerte in Meran eine grosse Menge an Schiesspulver, so viel, dass die Stadtoberen ein ungutes Gefühl bekamen. Kurzerhand liessen sie den Pulvervorrat in die Burg verschieben.

Wandelhalle im Freien

Heute sind nur noch die Aussenmauern des Pulverturms erhalten. Über eine Treppe im Innern gelangt man nach ganz oben, von wo aus man in einer Höhe von etwa 20 Metern eine tolle Sicht über die Stadt und ins Burggrafenamt geniessen kann. Auch von den Bänken aus ist dies möglich, die vor dem einsam dastehenden Turm aufgestellt sind. Dort kommt man vorbei, wenn man auf dem Tappeinerweg promeniert. Er ist Teil eines übergeordneten Promenadennetzes, das sich durch Meran und den Küchelberg hoch bis nach Gratsch zieht. Zum Netz gehören auch die Winter-, die Sommer-, die Kur- und die Gilfpromenade sowie der Sisi-Weg. Die österreichische Kaiserin hielt sich von 1870 bis 1897 viermal in Meran auf und verhalf der Stadt so zu Bekanntheit.

In früheren Jahren wurden diese Wege und Promenaden vor allem von den Kurgästen genutzt, die sich an der frischen Luft bewegen sollten. Für regnerische Tage stand die gedeckte, aber gegen vorne offene Wandelhalle zur Verfügung. Der Tappeinerweg ist insgesamt fast fünf Kilometer lang und führt durch eine terrassenartig angelegte Landschaft den Berg hoch. Angelegt wurde er vom Kurarzt Franz Tappeiner im Jahr 1890, die Verlängerung bis Gratsch kam 1929 dazu. Das ganze System dient in Meran als Naherholungsgebiet und hat Züge einer Wandelhalle im Freien und eines botanischen Gartens. Viele Bäume und Pflanzen säumen die Wege, darunter Palmen und andere Arten, die man sonst nur von südlicheren Gefilden her kennt. Wer will, kann auch noch etwas lernen; neben etlichen Pflanzen gibt es Informationstafeln.

Im Sommer spenden die Bäume Schatten, im Winter sinkt die Temperatur nie allzu tief, warum gerade der Tappeinerweg und die Gilfpromenade ganzjährig genutzt werden – sei es zum Spazieren, Hund-Ausführen oder Joggen. Im Fluss Passer, an dem die Wege zum Teil entlangführen, kann man Kanu fahren, Fliegenfischen betreiben oder im Sommer auch baden.

Kirchturm mit sieben Uhren

In der Stadt, sozusagen unter dem Pulverturm und am anderen Ende der Promenaden, zählt die Pfarrkirche zu den prägenden Bauwerken. Das im gotischen Stil erbaute Gotteshaus stammt aus dem 14. Jahrhundert. Eine Besonderheit sind die sieben Uhren, die am Turm angebracht sind, an drei Seiten jeweils übereinander. Grund dafür waren die immer höher werdenden Häuser, die den Meranern den Blick auf die Uhren verstellten. Deshalb wurde weiter oben am Turm eine zweite Reihe mit Uhren angebracht.

Pulverturm, Pfarrkirche und Promenaden

Merans Tradition als Bade- und Kurstadt geht bis ins vorletzte Jahrhundert zurück. In den internationalen Fokus rückte der Südbalkon der k. u. k. Monarchie diesbezüglich durch die Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sisi, die im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts regelmässig in die Stadt an der Etsch reiste. Damals verstand man unter Kuren noch etwas anderes als heute; Ausdrücke wie Wellness oder Spa waren noch nicht erfunden. Durch das relativ milde und trockene Klima hatte sich Meran schon einen guten Ruf als Luftkurort erworben und wurde von der solventen Klientel gerne im Winterhalbjahr aufgesucht.

Luftkuren und Kultur

Auf eigens dafür angelegten Wegen promenierten die Gäste durch die Stadt – bis zu zwölf Stunden lang, wie die Ärzte damals rieten. Im Jahr 1874 wurde dann das Kurhaus eröffnet, zu dem auch eine Badeanstalt gehörte. Dort konnte man fortan zusätzlich zur Luftkur Wannen- und Dampfbäder nehmen. Weil im Sog des Adels immer mehr Literaten und Künstler nach Meran kamen, ist es kein Wunder, dass auch das kulturelle Leben einen Aufschwung erfuhr. Konzerte und Theateraufführungen ergänzten den Alltag der Kurgäste – und bereichern ihn bis heute.

Thermalwasser gab es seinerzeit noch nicht, eine Quelle mit radonhaltigem Wasser wurde erst 1934 am Vigiljoch entdeckt und ab 1940 im Kurhaus genutzt. Geplant gewesen war eigentlich der Bau eines grossen Thermalbads, der aber durch den Zweiten Weltkrieg verhindert wurde. Erst 1972 eröffnete ein neuer Kurbetrieb, der über ein Aussenbecken mit Sprungturm, eine Liegewiese, einen Fischteich, ein Hallenbad, einen medizinischen Bereich und eine Sauna verfügte. Charakteristisch für den Bau war das wellenförmige Dach.

Riesige Gartenanlage

Die heutige Therme, die 2005 in einem Kubus aus Glas und Metall eröffnet wurde, stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Mit dem Neubau gestaltete die Stadt auch die Umgebung um. Die Strasse verläuft nun im Untergrund, so dass der Thermenplatz, der dem Zürcher Sechseläutenplatz ähnelt, angelegt werden konnte, an dem auch das Hotel Therme steht. Die Parkplätze befinden sich ebenfalls unter der Erde. Zur eindrücklichen Anlage gehört auch der Thermenpark, der sich über eine Fläche von 51 000 Quadratmetern ausbreitet und so ganz nebenbei eine riesige Gartenanlage ist, in der man einfach in einem Liegestuhl auch nur sonnenbaden kann. Fünfzehn Pools sind ganzjährig geöffnet, im Sommer kommen noch zehn Becken dazu. Gut möglich, dass man dort auf Schildkröten trifft.

Das radonhaltige Wasser kommt nicht nur in gewissen Becken zum Einsatz, sondern auch bei Inhalationen gegen chronische Atemwegserkrankungen und für die Herstellung von Produkten der hauseigenen Kosmetiklinie. Im Spa können sich die Gäste in 27 Räumen behandeln lassen, unter anderem mit Massagen, Bädern oder Packungen. Dabei werden Erzeugnisse aus der Region wie Schafwolle, Öle, Biomolke, Trauben, Äpfel, Bergwiesenheu und Edelweiss aus lokaler Zucht verwendet. Natürlich fehlen in der an 365 Tagen im Jahr geöffneten Anlage auch ein Fitnessraum, Saunas, Solarien und ein Dampfbad nicht.

Das grosse Oval als prägendes Element

Pferderennplatz

Wenn man von einer etwas erhöhten Lage auf Meran hinunterblickt, etwa vom Dörfchen Hafling aus, dann ist er wie das Spital oder die Militärkaserne nicht zu übersehen: der Pferderennplatz, der einen grossen Teil der Stadtfläche belegt. Trotz seiner Grösse fällt er aber erstaunlicherweise kaum auf, wenn man sich in der Stadt befindet, liegt er doch – gegenüber von Militärgebäuden – hinter einer hohen, ziemlich baufälligen Mauer an der Gampenstrasse fast etwas versteckt. Hunderte von Metern zieht sich die gelbbraune Mauer der Strasse vom Bahnhof Richtung Stadtzentrum entlang, unterbrochen nur vom Haupteingang, hinter dem zwei grosse Tribünen liegen. Im Unterschied zur Mauer haben diese kürzlich eine Renovation erfahren und strahlen in neuem Glanz.

Anfänge bei den Habsburgern

Der Meraner Rennplatz, auf Italienisch Ippodromo di Merano, zählt zu den grössten in Europa und wurde im Jahr 1935 im Auftrag von Benito Mussolini auf einem 40 Hektaren grossen Areal angelegt, gegen den Widerstand eines grossen Teils der Bevölkerung. Seinerzeit war er gar der grösste seiner Art in Europa. Die unter Schutz stehende Anlage hat verschiedene lange Strecken über mehrere Kilometer und ist immer wieder Schauplatz grosser internationaler Rennen. Die Geschichte des Pferderennsports in Meran hat aber viel früher angefangen. Schon zu Zeiten der Habsburger wurden in der Stadt in Südtirol Rennen veranstaltet.

Die Saison beginnt jeweils im Mai und dauert bis in den Oktober hinein. Jahr für Jahr werden an rund 25 Tagen Rennen ausgetragen, hauptsächlich Hindernis- und Flachrennen. Seit 1935 ist der «Grosse Preis von Meran» der Höhepunkt und gleichzeitig das letzte Rennen der Saison. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um ein hochdotiertes, heute vom grössten Bierhersteller der Region, von der Brauerei Forst, unterstütztes Hindernisrennen, das Teilnehmer aus aller Welt anzieht, nicht zuletzt wegen des lukrativen Gewinns.

Es lockt ein Millionengewinn

Schon im Jahr 1935 betrug die Gewinnsumme 1 Million Lire. Jetzt sind mehr als 1 Million Euro zu gewinnen. In Meran wird dieses Rennen, das über rund fünf Kilometer geht, von der Bedeutung in der Pferdeszene her gerne mit dem Formel-1-Grand-Prix von Monaco in Monte Carlo verglichen. Aber auch die Rennen mit Haflinger-Pferden, die ganz in der Nähe gezüchtet werden, erfreuen sich grosser Beliebtheit bei den Zuschauern. Natürlich sind die schwierigsten Hindernisse so angelegt, dass sie von den Tribünen aus gut einsehbar sind. Die Innenseite der Bahn, dort, wo Gras wächst, darf heutzutage nur bei den Rennen benutzt werden. In der übrigen Zeit müssen die Reiter mit den Pferden zur Schonung des Rasenstreifens auf der Sandunterlage bleiben.

Insgesamt stehen den Pferdehaltern aus aller Welt auf der Anlage 341 Boxen für ihre Tiere zur Verfügung. Diese werden zum Teil auch genutzt, wenn keine Rennen stattfinden, zum Beispiel zum Training oder zur Pflege der Tiere. Dieses Angebot wird immer reger genutzt und hat sich zu einem wichtigen Geschäftszweig des ganzen Pferderennplatzes entwickelt.

Einkaufstrasse für Einheimische und Touristen

Laubengasse

Wer durch Merans historische Innenstadt schlendert, und dafür ist die Stadt bestens geeignet, kommt früher oder später auch an der Laubengasse vorbei – ob er will oder nicht. Die meisten wollen dies aber, gilt doch die Gasse als eine der bekanntesten und wohl meistfotografierten Sehenswürdigkeiten und ist das eigentliche Herz der Stadt. Dabei handelt es sich um eine Strasse, die im Mittelalter angelegt wurde und wo noch heute der Puls Merans zu spüren ist. Ähnlich wie in Bern geben zu beiden Seiten der Strasse die Lauben jeweils dem Erdgeschoss der Häuser ihre charakteristische Erscheinung. Die Lauben, die sich näher zum Fluss Passer befinden, heissen Wasserlauben, die ihnen Richtung Küchelberg gegenüberliegenden Berglauben. Beide sind wiederum in einen oberen und einen unteren Teil gegliedert. Ein besonders beliebtes Fotosujet ist die Häuserfront der Gassen mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund.

Ganzjähriger Treffpunkt

In die Meraner Laubengasse, die auf Italienisch Portici heisst, geht man – als Tourist wie auch als Einheimischer –, um in den Lebensmittelgeschäften oder Boutiquen einzukaufen, sich in den Kaffeehäusern einen Espresso oder Cappuccino zu gönnen oder um sich in einem der Restaurants zu stärken. Zum Teil haben die Cafés und Gasthäuser den engen Verhältnissen zum Trotz auf die Gasse hinaus gestuhlt. Die Lauben sind nicht nur optisch sehr reizvoll, nein, sie haben auch einen ganz praktischen Zweck. Sie schützen einerseits vor Regen und Wind, anderseits vor der Sonneneinstrahlung, die hier im Sommer sehr stark sein kann. Über den Lauben thronen nicht selten Balkone und Erker.

Die autofreie Laubengasse mit Kopfsteinpflaster und Wasserrinne verläuft leicht ansteigend vom Kornplatz bis zum Pfarrplatz, parallel zur Passer. Rund 200 Geschäfte unterschiedlichster Art sind in den Lauben untergebracht. Zwar findet man wie mittlerweile fast überall Filialen der grossen internationalen Ketten, aber mehrheitlich sind es zum Glück noch die einheimischen Geschäfte, die den Ton angeben und die zum Teil über eine lange Tradition in den Lauben verfügen. Dieser Mix zieht vor allem samstags enorm viele Leute an, die sich dann in der relativ engen Gasse fast auf den Füssen herumstehen. Schliessen dann aber die Geschäfte, kehrt alsbald Ruhe ein, wie das in Ladenpassagen allzu üblich ist.

Wurst, Speck und Schinken

Unbedingt einen Besuch wert und ein Beispiel für das lokale Gewerbe sind die Delikatessgeschäfte und Metzgereien in den Lauben, zum Beispiel G. Siebenförcher. Schon ein Blick ins Schaufenster und weiter in den kürzlich neu renovierten und gepflegten Laden macht Appetit auf Würste, Speck, Schinken und Co. Wenn man dann die Metzgerei betritt und noch den dazugehörigen Duft in die Nase bekommt, dann bekommt man definitiv Hunger. Im zweigeschossigen Lokal – auch der Keller gehört zur Ladenfläche – gibt es ausserdem Weine, Feinkost und warme Snacks für über die Gasse. Man findet aber auch andere Geschäfte, zum Beispiel eines für Velos, was wir nicht unbedingt erwartet hätten. Ebenfalls lohnt sich alleweil ein Blick in die schmalen Seitengassen der Lauben, wo man auf Gärten und Hinterhöfe trifft.

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