Julia Bornefeld
Julia Bornefeld, geboren 1963 in Kiel, Deutschland, lebt und arbeitet in Bruneck und Peschiera, Italien. Sie studierte an der Fachhochschule für Gestaltung Kiel sowie an der Università delle Belle Arti di Venezia bei Emilio Vedova und an der Akademija Likovna Umjetnost in Ljubljana. Bornefeld hat zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten und ist in prestigeträchtigen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Als multidisziplinäre Künstlerin arbeitet Bornefeld mit Licht, Klang, Skulptur und Malerei auf verschiedenen Oberflächen. Ihre künstlerische Praxis erkundet verschiedene Medien und Themen und zeigt ihren innovativen und experimentellen Ansatz. Der Ausstellungstitel FUNDUS für die 12. Carte Blanche stammt vom lateinischen Wort für „Grund“ oder „Fundament“. In der Kunst bezieht es sich auf einen Pool von Ideen, Themen oder Motiven, die als Grundlage für kreatives Arbeiten dienen. Dieser konzeptionelle Vorrat ist für Künstler unschätzbar, da er es ihnen ermöglicht, auf bestehende Inspirationen zurückzugreifen und sie dynamisch neu zu interpretieren.
In FUNDUS präsentiert Bornefeld eine Auswahl von Werken, die ihre Karriere umspannen, von frühen Stücken, die im Alter von 24 Jahren entstanden, bis hin zu neuen Werken, die speziell für das Hotel Aurora im Jahr 2024 konzipiert wurden. Die Ausstellung zeigt lebensgroße Skulpturen, Zeichnungen und Objekte, die sich mit ihrer kontinuierlichen künstlerischen Entwicklung auseinandersetzen. FUNDUS ist nicht nur ein Reservoir von Ideen, sondern auch eine Metapher für das kollektive Gedächtnis und repräsentiert die kulturellen, historischen und sozialen Erfahrungen, die sowohl das individuelle als auch das gesellschaftliche Bewusstsein prägen. Dieser dynamische Raum ermöglicht es, dass Kreativität und Innovation gedeihen.
„The most important thing is not to stop asking questions.“
— Albert Einstein
Über
FUNDUS – Julia Bornefeld
Ein Kronleuchter aus bronzefarbenen Cent-Münzen, Fotografie in einem Vintage-Koffer, Silberstaub, Tinte auf Baumwollleinwand, Gummi, Metall, Leder und vieles mehr – das sind einige der Materialien, die wir in Julia Bornefelds Werken finden.
Fundus, die 12. Ausgabe von Carte Blanche, ist eine Art Retrospektive, aber auch ein aktueller Einblick in das Werk der vielseitigen und sehr aktiven zeitgenössischen Künstlerin Julia Bornefeld. Julia Bornefeld ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die in verschiedenen Bereichen der bildenden Kunst tätig ist. Sie arbeitet mit Licht, Klang, Skulptur und Malerei auf einer Vielzahl von Materialien und Oberflächen.
Der Ausstellungstitel FUNDUS für die 12. Carte Blanche-Ausstellungen stammt vom Begriff Fundus, der in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen hat, die alle eine gewisse Tiefe und Komplexität aufweisen. Ursprünglich aus dem Lateinischen bedeutet Fundus so viel wie Grund oder Basis. In der Kunst wird der Begriff jedoch oft verwendet, um Ideen, Themen oder Motive zu beschreiben, die als Grundlage für kreatives Arbeiten dienen. Ein Fundus kann für Künstler unschätzbar wertvoll sein, da er es ihnen ermöglicht, auf bestehende Konzepte zurückzugreifen und sie neu zu interpretieren.
Julia Bornefeld zeigt Werke aus ihrem künstlerischen Œuvre; das älteste in dieser Ausstellung stammt aus dem Jahr 1987 mit Bitumen, Acrylfarbe und Leinwand mit teilweise verbrannten Baumwollstücken. Es werden auch Werke zu sehen sein, die speziell für die Räumlichkeiten des Hotel Aurora in den Jahren 2024 und 2025 entworfen wurden.
Es werden lebensgroße Skulpturen, Zeichnungen und Objekte ausgestellt, die sich mit den fortlaufenden Prozessen der kreativen Produktion der Künstlerin befassen. In diesem Sinne ist der Fundus nicht nur ein Wissensspeicher, sondern auch ein dynamischer Raum, in dem Kreativität und Innovation entfalten können. Darüber hinaus kann der Fundus auch als Metapher für das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft verstanden werden. Die kulturellen, historischen und sozialen Erfahrungen, die in einem Fundus gespeichert sind, prägen das individuelle und kollektive Bewusstsein.
Julia Bornefelds Werke fordern den Betrachter auf, die Wahrnehmung des Objekts und seiner Symbolik zu hinterfragen. Eine gewisse Entfremdung der Objekte führt zum Wunsch, sie zu berühren und zu erkunden. Die Haptik der Kunstwerke könnte nicht unterschiedlicher sein. Gerade diese Vielfalt ist aufregend und ansprechend. Der Tastsinn wird in den dreidimensionalen Werken herausgefordert, eine Art Säulen, Derma I, 2016, und auch bei Pneu, 2016.
Ein breites Spektrum menschlicher Sinne über den Sehsinn hinaus zu wecken, ist eines der Ziele, die Julia Bornefeld mit ihren Kunstwerken verfolgt. Die Werke Paradigma, 2015, und Melas, 2015, zeigen die industrielle und technische Seite des Œuvres der Künstlerin. Bornefelds Interesse daran, Materialien von ihrem ursprünglichen Zweck zu entfernen und sie in scheinbar wundersamen Mustern zu präsentieren, ist offensichtlich. Eine Erhebung zur Dreidimensionalität durch den Stahlrahmen ermöglicht es, das Werk als Wandskulptur zu beschreiben, und spielt mit der Verschmelzung von Bild und Skulptur.
Mit Cage of Vanity, 2010, möchte Julia Bornefeld den übergroßen goldenen Holzrahmen als Zeichen der Wertschätzung für den darin enthaltenen digitalen Pigmentdruck nutzen. Eine kulturell geprägte Erwartungshaltung des Besuchers, die auf Qualität und Historizität verweist.
Mit der Skulptur Argento, 2023, aus Aluminium und Aluminiumgaze entsteht eine fragil aussehende, teilweise transparente „Wolke“, die durch integrierte, farbwechselnde Lichtquellen eine völlig neue Verwendung von Aluminiumgaze ermöglicht. Sphere, 2025, die ortsspezifische Installation für das Hotel Aurora aus demselben Material, schwebt beeindruckend von der Decke des Galerieraums und lässt die Besucher in ihre eigene Lichtwelt eintauchen.
Morphic fields_ argento, 2022, sind großformatige Leinwände mit Tinte und Silberstaub. Sie offenbaren kosmische Formationen und transportieren den Betrachter in eine andere Dimension. Werke, die wie Sternenstaub aussehen, von denen einige eine Art Explosion, aber auch eine schmelzende Form zeigen.
Querdenkerin und freier Geist, gepaart mit höchsten Ansprüchen an Qualität und Präzision. Aufwendiges technisches Know-how und innovative künstlerische Ansätze beschreiben nur am Rande die Natur der Künstlerin und der ausgestellten Werke. Es sind Werke, die berühren, die mit der Tradition brechen und gleichzeitig ästhetisch ansprechend sind.
Carte Blanche
Ein Raum für zeitgenössische Perspektiven. Lokale und internationale Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Arbeiten in einem hybriden Format – als physische Ausstellung im Haus und als digitale Galerie.

































































































































